A long time ago in a galaxy far, far away...

16.11.2017

Messianische Figuren im Star Wars-Universum und der fragmentarische Menschen im Angesicht Gottes waren am vergangenen Mittwoch (15. November 2017) die Themen des sechsten Theologischen Salons. Wissenschaftliche Mitarbeiter der Katholisch-Theologischen Fakultät der RUB diskutierten den ganzen Abend mit den Gästen in der Goldkante unter dem Motto „Eine neue Hoffnung?!“.

Gut fünfzig Gäste hatten sich gegen 20 Uhr in dem kleinen von elektrischem Kaminfeuerlicht beleuchteten Hinterzimmer der Goldkante in Bochum zusammengefunden. Auf Stühlen, Sesseln und Sofas, sogar auf dem Boden nahmen die interessierten Teilnehmer des Theologischen Salons in einer hochschuluntypischen Atmosphäre platz, um den Vorträgen von Christian Pelz und Markus Adolphs zu folgen.

Das George Lucas als Theologe bezeichnet werden könne, oder christliche Motive bewusst in seine Weltraum Saga eingebaut hätte, das will Christian Pelz nicht behaupten. Trotzdem meint der Doktorand am Lehrstuhl für Philosophisch-Theologische Grenzfragen solche Motive in den Star Wars-Filmen wiederfinden zu können. Als Beweis zeichnet er auffällige rote Fäden in der noch siebenteilige Saga nach, um dann einige spannende Vermutungen über mögliche Entwicklungen in den kommenden Episoden aufzustellen (Episode VIII - „Die Letzten Jedi“ erscheint am 15.12. in den Kinos).
So zeichneten sich unterschiedliche Helden und Schurken in Star Wars durch das gemeinsame Merkmal der abgeschnittenen rechten Hand aus, das mit den Stigmata ihres biblischen Pendants Jesu vergleichbar wäre. In ihrem Ringen mit der Macht – dem quasi-metaphysischen Prinzip, das laut dem weisen Meister Yoda das ganze Universum und alle Lebewesen in ihm durchdringt – beschritten die unterschiedlichen Charaktere außerdem je eigene Wege zur Erlösung. Während Anakin bei dem Versuch seine Familie zu beschützen auf seinem Weg jedoch scheitere, gelänge es seinem Sohn Luke sich auf die Macht in ihm zu besinnen, der Versuchung des Bösen zu widerstehen und sogar seine Feinde zu retten.

Während das Star Wars-Franchise mit der Macht ein metaphysisches Prinzip mal mehr mal weniger deutlich benennt, wagte Markus Adolphs vom Lehrstuhl für Fundamentaltheologie in seinem Vortrag den Blick auf Gott nur indirekt. Für den stets nur unvollständig bestimmbaren Menschen käme schon in dem Wort Gott die Hoffnung zum Ausdruck, auch in seiner Unterbestimmtheit ganz angenommen und geliebt zu sein. Ein Gott, der dem menschlichen Fragen nach sich selbst entgegenkommen wolle, müsse dieser Tatsache Rechnung tragen. Die Frage des Menschen nach sich selbst bliebe aber auch durch die Existenz Gottes letztlich unbeantwortbar. Diese These brachte eine angeregte Diskussion unter den anwesenden Theologen und Nichttheologen in Gang. Diese wurde bis nach 22 Uhr auch im Anschluss an die Veranstaltung in den Räumen der Goldkante bei Bier und Limonade fortgesetzt. Für Gäste und Veranstalter ein gelungener Abend.

Der Theologischen Salon ist eine offene Diskussionsrunde des Mittelbaus der beiden theologischen Fakultäten der Ruhr-Universität Bochum. Die Veranstaltung findet an drei Abenden im Wintersemester in der Goldkante, direkt hinter dem Bermudadreieck in Bochum statt. Junge WissenschaftlerInnen präsentieren hier bei Bier und Limonade auf anschauliche Weise ihre Forschung. Das Format richtet sich dabei ausdrücklich an Theologen und Nicht-Theologen. Der Eintritt ist frei!

Der nächste Theologische Salon findet ebenfalls in den Räumen der Goldkante statt, diesmal an einem Donnerstag, 14. Dezember wie immer um 19:45 Uhr. Dann werden Marcin Morawski (Religionspädagogik) und Benedikt Poetsch (Fundamentaltheologie) über eine Theologie symbolische Formen, sowie Christliche Hoffnung zwischen Nostalgie und Demenz diskutieren. Diese und alle weiteren Informationen zum Theologischen Salon finden Sie auch im Flyer oder immer aktuell auf Facebook.