Friede auf Erden

21.12.2014

Ein politisches Schlaglicht hat Prof. Dr. Thomas Söding in seiner alljährlichen Weihnachtsvorlesung auf das Evangelium von der Geburt Jesu geworfen.
Der Vorlesungssaal war annähernd bis auf den letzten Platz mit einer interessierten Zuhörerschaft gefüllt.

Im Kern beantwortete Söding die Frage, ob die Weihnachtsbotschaft – eine Friedensbotschaft – angesichts der brisanten politischen Lage in Bethlehem und darüber hinaus nicht vielmehr eine Illusion und Gewalt schürende Ideologie geworden ist. Exegetisch begründete er, daß dies nicht der Fall sei, da auch in einer Welt des Unfriedens Lk 2,14 seine Bedeutung gewinne: als Kriterium einer Gewaltkritik, als Sensorium für das Heil inmitten des Unheils und als Katalysator einer Hoffnung auf Versöhnung.
Ausgangspunkt war die Photographie einer Marienikone, die von Sara Feldmüller, einer Studentin im Auslandssemester, vor Bethlehem aufgenommen wurde. Die Mariendarstellung mit der darunter befindlichen Tür wurde auf die dortige Sperranlage gemalt. Sie durchbricht symbolisch die Mauer und kann als Ausdruck des Protestes verstanden werden.

Das Material der Vorlesung finden Sie auf der Homepage des Lehrstuhls für Neues Testament.