Weihnachtsvorlesung 2018 - Der große und der kleine König.

07.12.2018

Die Geburt Jesu findet am Ende der Welt statt - mitten im Leben der Menschen. Die historische Kritik an der Weihnachtsgeschichte ist stark. Aber die Erzählungen faszinieren - weil sie die Maßstäbe zurechtrücken, an denen Klein und Groß, Wichtig und Unwichtig, Zentral und Peripher gemessen werden. Bethlehem ist ganz klein und kommt ganz groß heraus. Kaiser Augustus will die ganze Welt beherrschen, indem er ihr Frieden verheißt - aber das Entscheidende geht an ihm vorbei. Herodes ist der Vasallenkönig, der einen Konkurrenten ausstechen will und dadurch zum Mörder wird, aber Gott findet mit den Menschen einen Weg, der Leben verheißt.

Weihnachtsvorlesung 2018

Quelle: unbekannt

Für die Evangelien gibt es einen König im Hintergrund, der selbst aus kleinen Verhältnissen stammt, aber die große Hoffnungsgestalt Israels geworden ist: David, der Hirte aus Bethlehem, an dessen Namen die Hoffnung auf irdische und himmlische Gerechtigkeit haftet.
Das Weihnachtsevangelium ist nicht kitschig, sondern kritisch. Es positioniert sich gegen jede Sakralisierung von Politik und gegen jede Politisierung von Religion. Genau dadurch zeigt es, wie viel sich politisch, sozial, kulturell und religiös ändert, wenn geglaubt werden kann, dass der neugeborene König der Juden ein ganz besonderes Gotteskind ist.

Die Weihnachtsvorlesung hält Prof. Thomas Söding am Donnerstag, 20. Dezember 2018, 11:00 Uhr c.t., im Hörsaal HGA 20

Ankündigung:

Der etwas andere Blick auf die Weihnachtsgeschichte

Handout zur Weihnachtsorlesung

PPP zur Weihnachtsvorlesung

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