Der leuchtende, klingende, duftende Dom

14.08.2016
Ausschnitt Lichttunnel Kölner Dom copyright Rupert König

Games, Musik, Entertainment – und mittendrin ein ebenso ruhendes wie strahlendes Kraftpaket. Wenn im August die Gamescom, die Videodays und das Cityfestival in Köln steigen, wird der Dom zu einer besonderen Anlaufstelle.

Während der Computerspielmesse Gamescom, dem Gamescom-Cityfestival und Europas größtem Youtuber-Treffen, den Videodays, in Köln verwandeln Forscher der Ruhr-Universität Bochum den Kölner Dom vom 18. bis zum 20. August 2016 in einen leuchtenden, klingenden und duftenden Ort der Ruhe. Für die rund 400.000 Besucher*innen haben Wissenschaftler*innen der Katholischen Theologie, der Biologie und der Ingenieurswissenschaften sich mit dem Kölner Domkapitel zu dem Projekt „SilentMOD“ zusammengetan.

Religiöses Wahrzeichen neu erfahren
Mit Lichtinstallationen außen und innen, einem 3D-Videomapping an der Eingangspforte, Livemusik und einem ganz speziellen Duft wollen die Projektpartner*innen das Event-Wochenende nutzen, um den Kölner Dom als Deutschlands größte Kirche und religiöses Wahrzeichen Nummer eins ganz neu erfahrbar zu machen.

Das Team von Prof. Dr. Matthias Sellmann vom Zentrum für angewandte Pastoralfor­schung (ZAP) der RUB plant in enger Absprache mit der Hohen Domkirche unter Federführung von Dompropst Prälat Gerd Bachner die inhaltliche Gestaltung des Projekts.

Ein Duft für den Dom
Incense 2.0 – in Anlehnung an das lateinische Wort für Weihrauch (Incensum) schlägt der „Domduft“ eine Brücke zwischen der ursprünglichen Bedeutung von Kirche und dem modernen, digitalen Zeitalter. Er enthält Komponenten aus hochwertigem Weihrauch (Olibanum) sowie kostbare moschusähnliche Stoffe und weiche, entspannende Bestandteile wie Linalool, Vanillin oder Orangenöl, würzige Noten wie Myrrhe und vieles mehr.

Die Mischung des Duftes beruht auf zwei Jahrzehnten Riechforschung des Teams um Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Hanns Hatt vom Lehrstuhl für Zellphysiologie. Der bekannte Parfümeur Marc vom Ende kreierte aus den Substanzen eine wohlriechende Mischung.

Robotertechnik und der Stern von Bethlehem 2.0
Vom Lehrstuhl für Produktionssysteme um Prof. Dr. Bernd Kuhlenkötter kommt modernste Robotertechnik zum Einsatz. Im Innenraum des Doms werden drei Industrieroboter aufgestellt. Jeder Roboterarm wird mit einem speziellen Laser-Licht-Modul ausgestattet, mit dessen Hilfe sich der weite Innenraum absuchen und erschließen lässt, um dann immer wieder zu dritt den Fixpunkt am Kreuz in der Apsis des Domes zu finden.

Diese Konstellation ist in kurzen, regelmäßigen Abständen der Ausgangspunkt für eine Laser-Supernova, einen „Stern von Bethlehem 2.0“, der in den Kirchenraum hinein strahlt.

Ein riesiger PC-Tower
Ergänzt wird die Lichtinstallation im Innern durch Lichtzeichen außen. Wenn es dunkel wird, geht von den beiden Turmhelmen ein pulsierendes, blaues Licht aus. Diese diskrete Illumination simuliert das Stand-by-Licht eines PC-Towers: Weithin sichtbar strahlt der Dom seine ruhende Kraft aus – wie in einer Art „Ruhemodus“ der Stadt.

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