Erinnern und Vergessen: Zum Problem der Entwicklung des Geistes in Hegels Philosophie

04.07.2019

Hegel vertritt in seiner Naturphilosophie die These, dass der dialektisch verfasste Begriff die Abfolge der einzelnen Entwicklungsstufen der Natur fortleitet. Allein die „Veränderung“ bzw. „Metamorphose“ des Begriffes ist in seinen Augen für die Evolution der Natur verantwortlich. Den Gedanken einer natürlichen Evolution lehnt Hegel damit als „nebulöse Vorstellung“ schroff ab. In meinem Vortrag möchte ich zunächst in einem ersten Schritt die einzelnen Entwicklungsstufen der Natur in Hegels System kurz skizzieren und dabei auch auf die Naturphilosophie Plessners zu sprechen kommen, um die Modernität einiger zentraler Thesen Hegels zu demonstrieren. In einem zweiten Schritt möchte ich hinterfragen, ob Hegel die vernunftbegabte Subjektivität, d. h. den Geist, den er in seiner Naturphilosophie erst herleiten will, nicht immer schon voraussetzen muss, damit die Entwicklung des Begriffs in der Natur möglich ist und damit der Geist als „Zweck der Natur“ denkbar ist.
Der Vortrag von Prof. Dr. Stascha Rohmer findet am 11.07. um 18 UHr in GA 03/149 statt.

Stascha Rohmer

Stascha Rohmer ist Mercator-Fellow der Emmy Noether-Nachwuchsgruppe „Theologie als Wissenschaft?!“ am Lehrstuhl für Philosophisch-Theologische Grenzfragen an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhr Universität-Bochum. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Metaphysik, der Anthropologie, der Naturphilosophie und der Rechtsphilosophie. In historischer Perspektive stehen das Denken Hegels und Alfred North Whiteheads im Zentrum seiner Forschungen. Er ist Autor zahlreicher Monografien und Fachartikel und hat ferner Werke von Alfred North Whiteheads und Ortega y Gasset ins Deutsche übersetzt und herausgegeben. Seine letzte Monografie trägt den Titel „Die Idee des Lebens. Zum Begriff der Grenze bei Hegel und Plessner“ (Alber 2016).