Kontaktstudium im Wintersemester 2016/2017

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Religion und Gewalt - Das Christentum angesichts einer friedlosen Welt

Das Kontaktstudium im Wintersemester 2016/17 befasste sich mit der Frage nach Zusammenhängen und Problemen von Religion und Gewalt.

In insgesamt sieben Vorträgen wurden dabei die Präsenz der Gewalt im Bibeltext, das Martyrium aber auch brisante Themen wie sexuelle Gewalt in der Kirche und das Verhältnis von Gewalt und Islam betrachtet.

Das vollständige Programm finden Sie hier.


Sonderveranstaltung im Rahmen des Kontaktstudiums

Bischof Overbeck beim Vortrag über die Instrumentalisierung der Religion
Bischof Overbeck während der Diskussion zu den Herausforderung der Militärseelsorge

Der Essener Diözesanbischof Dr. Franz-Josef Overbeck sprach am 30. November 2016 im Rahmen des Kontaktstudiums der Katholisch-Theologischen Fakultät vor zahlreichen Zuhörern in seiner Funktion als Militärbischof der Deutschen Bundeswehr über das Thema „Religion im Konflikt. Brandbeschleuniger oder Friedensstifter?“.
In seinem Vortrag wies Bischof Overbeck zunächst auf das latent vorhandene religiöse Gewaltpotenzial hin. Dabei handelt es sich sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart „nicht um eine Gewalt, die religiös begründet ist, sondern die religiös gerechtfertigt wird“. Als Beispiel benannte er den sogenannten Islamischen Staat, bei dem politische, ethnische, wirtschaftliche und kulturelle Interessen eng mit religiösen verbunden sind. Hier dient die Religion als Legitimation für andere Ziele. Denn, so Overbeck: „Im Islam wie im Christentum gibt es keinen Gott, der die Menschen einfach aufruft, Gewalt auszuüben.“
Nach Overbeck ist die Anerkennung des Gewaltmonopols des Staates und der Religionsfreiheit die unabdingbare Voraussetzung für ein gewaltfreies Miteinander der Religionen. „Der Glaubwürdigkeitstest für jede Religion“, bestehe, so der Bischof „darin, für Religionsfreiheit auch dann einzutreten, wenn andere Religionen betroffen sind.“ Dennoch brauche keine Religion auf ihren Wahrheitsanspruch zu verzichten, aber auf dessen gewaltsame Durchsetzung.
Religionen stoßen aber auch Friedensprozesse an, wie Overbeck am Beispiel des Engagements der Gemeinschaft Sant’Egidio und des erstmals 1986 auf Einladung von Papst Johannes Paul II. in Assisi durchgeführten Friedensgebets aller Religionen verdeutlichte. Auf die sehr gut besuchte Veranstaltung folgte ein Empfang, der Gelegenheit bot, untereinander und mit dem Referenten ins Gespräch zu kommen. (© AKG)

Über das Kontaktstudiums im Wintersemester 2016/2017 berichtet auch ein Artikel auf der Homepage des Bistums Essen.