Beschreibung des Kontaktstudiums

Das Kontaktstudium ist eine Fortbildungsveranstaltung für ReligionslehrerInnen, Pastoral- und GemeindereferentInnen, Priester und alle Interessierten. In jedem Wintersemester veranstaltet die Katholisch-Theologische Fakultät eine Vorlesungsreihe mit einstündigem Vortrag und anschließender offener Diskussion zu einem ausgewählten Oberthema, welches aus Sicht der verschiedenen theologischen Disziplinen beleuchtet wird. Damit bietet das KONTAKT-Studium die Möglichkeit, den KONTAKT zur aktuellen theologischen Diskussion sowie zur Katholisch-Theologischen Fakultät der RUB aufzubauen und zu halten.

Geschichte

Die Anfänge des Kontaktstudiums sind zusammengestellt im Jahrbuch der Ruhr-Universität Bochum zum Jahr 1973. Die damalige Abteilung für Katholische Theologie, die nachmalige Fakultät, begann an der neugegründeten Ruhr-Universität bereits im Wintersemester 1967/1968 mit Veranstaltungen, deren Ziel es war, „der Weiterbildung von Geistlichen und Religionslehrern auch über den Rahmen der Universität hinaus“ (Seite 36) zu dienen. Primäre Zielgruppe der stets im Wintersemester stattfindenden Veranstaltungen sind bereits früh Religionslehrer: „Ursprünglich von Krankenhaus- und Jugendseelsorgern gewünscht, hat sich das Kontaktstudium seit dem WS 1970/71 spezialisiert auf die besonderen didaktischen Bedürfnisse von Religionslehrern aller Schultypen“ (ebd.). Ab dem Wintersemester 1968/1969 kooperiert man mit dem Institut für Lehrerfortbildung in Essen-Werden.
Als Veranstaltungsform wird im Jahrbuch neben der klassischen Vorlesung auch die Exkursion genannt. Bereits in den Anfängen werden die jeweiligen Vorlesungen von unterschiedlichen Referenten bestritten, die nur zu einem Teil Mitglieder der Katholisch-Theologischen Fakultät sind. Hochschullehrer anderer Fakultäten beteiligen sich ebenso wie auch Theologen anderer Universitäten. Im Durchschnitt besuchen, wie das Jahrbuch lobend erwähnt, jeweils 40 bis 50 Personen die Vorträge.
Thematisch wird eine große Vielfalt geboten, die auch die Umbrüche und Veränderungen der Zeit spiegelt. So ist im Sommersemester 1968 „Der kirchliche Dienst am alten Menschen“ das Rahmenthema, während im Wintersemester 1970/1971 „Theologische Brennpunkte der Gegenwart“ behandelt werden, gefolgt von „Gegenwartsfragen der Christologie“ im nächsten Wintersemester.
Aus dem Lehrkörper der Katholisch-Theologischen Fakultät zeichnet stets ein Mitglied für die Organisation und Durchführung der Veranstaltung verantwortlich. In der ersten Phase des Kontaktstudiums ist dies Prof. Dr. Gisbert Kaufmann (1923-1998). Er ist seit 1967 als Akademischer Oberrat tätig, bevor er 1982 zum Professor für Religionspädagogik ernannt wird. Mit Fug und Recht darf man ihn den Vater des Kontaktstudiums nennen.
Welche große Bedeutung und überregionale Reichweite das damalige Kontaktstudium besitzt, zeigt der unter dem Titel „Die Botschaft von Gott. Orientierungen für die Praxis“ im Herder-Verlag erschienene Sammelband, der die Vorträge des Wintersemesters 1972/1973 dokumentiert und einen Beitrag des damals in Bochum lehrenden, später Aachener Bischofs Klaus Hemmerle enthält, der auch Herausgeber ist.
Seit 1993 werden die bislang nur bei Bedarf publizierten Vorträge in jährlich erscheinenden Sammelbänden (zunächst beim Universitätsverlag Dr. N. Brockmeyer in Bochum, später Lit-Verlag Münster gedruckt) publiziert. Die Reihe erhält den programmatischen Titel „Theologie im Kontakt“. Bis zum Jahr 2012 erscheinen 19 Bände. Der bislang Letzte trägt den Titel „Hoffnung auf Vollendung“ (Münster: Lit-Verlag 2012) und dokumentiert auf 232 Seiten die Veranstaltungen des Wintersemesters 2010/2011.

Gegenwart

Mit Veränderungen im Lehrkörper wechselten stets auch die Zuständigkeiten für das Kontaktstudium. Seit dem Jahr 1993 zeichnet der Lehrstuhl für Religionspädagogik dafür verantwortlich. So kann Prof. Dr. Günter Lange, der den Lehrstuhl 1993 übernommen hatte, noch im gleichen Jahr den ersten Band der neuen Reihe „Theologie im Kontakt“ unter dem Titel „Was ist der Mensch? Aktuelle Fragen der Theologischen Anthropologie“ (Bochum: Brockmeyer 1993) vorlegen. Im Jahr 1998 übernimmt sein Nachfolger Prof. Dr. Reinhard Göllner mit dem Lehrstuhl das Kontaktstudium. Unter seiner Ägide erscheinen zwölf Bände der Reihe. Nach seinem Ausscheiden im Jahr 2011 übernimmt mit dem Moraltheologen Prof. Dr. Christof Breitsameter erstmals kein Religionspädagoge die Verantwortung für das Kontaktstudium. Nachdem Breitsameter zum 1. April 2013 an die Universität Münster wechselte, geht die Zuständigkeit für die Organisation und Durchführung des Kontaktstudiums sowie die Publikation der Beiträge auf Prof. Dr. Josef Rist und den Lehrstuhl für Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Christliche Archäologie über.




Kontaktstudium 2013
Blick in das Plenum