Laufende Dissertationen

Projekte der Doktorandinnen

Markus Kroll

Dissertationsprojekt:

Katholische Schule in der modernen Gesellschaft am Beispiel der deutschen Provinzen der Franziskanerinnen von der Buße und der christlichen Liebe (Arbeitstitel)


Im 19. Jahrhundert wurden viele neue Frauenkongregationen gegründet, die sich verschiedenster gesellschaftlicher und kirchlicher Nöte annahmen. Für viele Or-densgemeinschaften stellen "Bildung und Erziehung" wesentliche Aspekte ihres Apostolates dar. Ein großes gesellschaftliches Problem stellte die Ausbildung der Jugend dar, wobei hier vor allem der weibliche Teil betroffen war. Dieses gesell-schaftliche Ungleichgewicht versuchten verschiedene Ordensgemeinschaften durch ihr soziales Engagement zu lösen. Die Leitfrage des Dissertationsprojektes ergibt sich dem entsprechend aus den vermuteten Wechselwirkungen von weibli-chen Kongregationen und der deutschen Schulentwicklung. So gewannen bei-spielsweise viele Kongregationen durch ihre Bildungsinstitutionen ihren Nach-wuchs, der aufgrund der Ausbildung wiederum im schulischen Tätigkeitsfeld ein-gesetzt wurde. Bereits seit der Frühen Neuzeit wurden in vielen Gebieten sukzessive Gesetze zur Schulpflicht erlassen, die jedoch selten umgesetzt werden konnten, da es an ausgebildeten Lehrern, der Infrastruktur und der notwendigen Administration fehl-te, sodass diese Gesetze mehr als Absichtserklärungen zu verstehen sind. Auch im 19. Jahrhundert war die Schulpflicht noch nicht flächendeckend etabliert, zu-mal gerade auch der Bereich des Mädchenschulwesens in der Entwicklung weit hinter der Beschulung der Jungen zurückstand. Dies ist auf unterschiedliche Entwicklungen, vor allem auf die Stellung der Frau in der Gesellschaft, zurückzu-führen. Einführend wird analysiert, welche Bedeutung der hier behandelten Kon-gregation an der Etablierung und Durchführung eines weiblichen Schulwesens am Ende des 19. Jahrhunderts zufällt. Daran schließen sich die Fragen an, wie das Tätigkeitsfeld auf die Kongregation zurückwirkte und in welcher Weise zur ordentlichen Beschulung der Jugend beigetragen wurde. Auf dieser Grundlage und dem Konzept der Longue durée folgend wird das Ne-ben- und Miteinander der Kongregation und der Schulgeschichte bis in die 1970er Jahre untersucht. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Konsolidierung der deutschen Nachkriegsgesellschaft wurden durch vielschichtige gesellschaftliche (z.B. Bildungsexpansion) und vor allem kirchliche Entwicklungen (Zweites Vatikanisches Konzil) Ordensreformen angestoßen, die für viele Gemeinschaften gravierende Änderungen im Gemeinschaftsleben und im Apos-tolat zur Folge hatten. Unter anderem waren die Gemeinschaften aufgrund des Dekrets "perfectae caritatis" des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) dazu angehalten, "über die zeitgemäße Erneuerung des Ordenslebens" zu reflektieren und ihre Gemeinschaften den Erkenntnissen entsprechend neu zu strukturieren. Welche Konsequenzen sich daraus für die Gemeinschaft ergaben, wie sie ihrem gesellschaftlichem Tätigkeitsfeld unter besonderer Beachtung des Bereiches Schulwesen nachkamen, ob und welche neuen Strömungen in den Bereich Katholische Schule Einzug hielten, wird diskursiv bearbeitet. Weiter stellt sich die Frage nach dem Stellenwert, den Bildung und Erziehung im Leben und im Tätig-keitsfeld der Kongregationen einnahmen und wie dieser sich aufgrund der gesell-schaftlichen Entwicklungen veränderte, da gerade durch die Bildungsexpansion und die Durchsetzung des gegliederten Schulsystems das Schulwesen in Deutschland verfestigt wurde. Zudem wird der Frage nachgegangen, welche Transformationen sich innerhalb dieser Gemeinschaft und ihrer Tätigkeitsfelder, gerade auch vor dem Hintergrund der gesamtgesellschaftlichen und schulpoliti-schen Entwicklungen, vollzogen.

Isabelle Nagel

Dissertationsprojekt:

Transformationsprozesse katholischer Ordensfrauen in den USA zwischen 1950 und 1980 - Die "Sisters of Charity of the Blessed Virign Mary" und das Mundelein College in Chicago (Arbeitstitel)


In den Jahren 1950 bis 1980 fanden innerhalb der Frauenkongregationen in den USA, nicht alleine aufgrund des II. Vatikanischen Konzils, tief greifende Transformationsprozesse statt. Diese Prozesse, hatten nicht nur Auswirkungen auf die Kongregationen und Ordensfrauen, sondern wurden auch in ihren Institutionen sichtbar. Darzustellen, wie diese Transformationsprozesse sich vollzogen und zu welchen Veränderungen sie führten, ist Ziel dieses Projektes. Das Projekt konzentriert sich besonders auf die Transformationsprozesse der Kongregation der Sisters of Charity of the Blessed Virgin Mary (BVM; Dubuque, Iowa) in den 1950er bis hin zu den 1980er Jahren und eine ihrer wichtigsten Institutionen, dem Mundelein College für Frauen in Chicago. Im Rahmen dieses Colleges interessiere ich mich besonders für Veränderungen in der Administration, der Schülerschaft, des Lehrkörpers, des Campuslebens, der Fachbereiche, der angebotenen Programme (z.B. summer school) und den Unterrichtsmethoden.