Wann kommen die Piusbrüder zur Einsicht?

In einem Interview mit der Westdeutschen Zeitung www.derwesten.de nahm der Bochumer Neutestamentler Thomas Söding zur Eskalation des Streits mit den Piusbrüdern Stellung. Er forderte, dass die deutschen Katholiken nicht nur nach Rom schielen dürfen, sondern selber Druck machen müssen. Auf Anfragen von Lesern legte er nach: Den stärksten Eindruck mache eine Abstimmung mit den Füßen: "Je besser die normalen Gottesdienste besucht sind, desto besser für die Position derer, die das Konzil verteidigen und fortschreiben wollen." Er wisse, dass die Bischöfe und selbst die römischen Behörden mit Briefen von Nörglern bombardiert werden, die sich über angebliche Missbräuche beschweren. "Es würde helfen, wenn auch einmal diejenigen zur Feder griffen, die den normalen Gemeindegottesdienst gerne besuchen und froh über die Reform-Liturgie sind, weil sie die Frömmigkeit viel tiefer anspricht als die alte Messe." Entscheidend seien jetzt nicht hektische Presserklärungen, sondern nachhaltige, genaue, kritische Diskussionen in der Glaubenskongregration, um die großen theologischen Defizite der Piusbrüder zu beheben.
Über das Interview berichten Radio Vatican und das Internetmagazin www.katholisch.de
Die Katholisch-Theologische Fakultät hat unmittelbar nach Aufhebung der Exkommunikation gegen die Pius-Brüder eine Stellungnahme abgegeben, die jede Form von Fundamentalismus zurückweist und einen klaren Kurs der Kirche mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil fordert. Am 25. Mai hat unter großer Beteiligung der Studierenden und der Öffentlichkeit ein Studientag stattgefunden, auf dem die entscheidenden Texte des Konzils zur Neuorientierung des Verhältnisses von Christentum und Judentum diskutiert worden sind und gegen jede Form von Antjudaismus Stellung bezogen worden ist.