Kein Säufer, kein Schläger - Neutestamentliche Kriterien für das Bischofsamt

Die gegenwärtigen Debatten über den Rücktritt von Bischöfen, über die Verfahren bei Neubesetzungen und die Ansprüche an das Amt stehen unter einer großen Spannung. Einerseits ist die Unzufriedenheit im Kirchenvolk groß; andererseits sind auch die Erwartungen an das Bischofsamt groß. Der Blick ins Neue Testament kann helfen, den Blick frei zu bekommen.
Prof. Thomas Söding vom Lehrstuhl Neues Testament an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum beschreibt in einem zweiteiligen Beitrag für die Wochenzeitung "Christ in der Gegenwart" die neutestamentlichen Kriterien, die erfüllen muss, wer Bischof werden will oder werden soll.

Im Mittelpunkt des ersten Beitrags steht die Öffentlichkeitsarbeit: Der Bischof soll ein Geistlicher sein, der sich für Politik interessiert. Nicht nur in der Kirche, auch auf dem Forum soll er eine gute Figur machen.

Im Mittelpunkt des zweiten Beitrages stehen die Auswahlkriterien. Die Pastoralbriefe "setzen darauf, dass es gute Bischöfe geben kann und geben wird und dass sie ihren Dienst für die Kirche leisten, wenn man kritisch genug bei der Auswahl der Personen ist".