Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2015

Hier finden Sie die Auflistung aller in diesem Semester angebotenen Veranstaltungen.

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Vorlesung
Kontexte und Praxisfelder kirchlicher Diakonie, oder: Der Ernstfall des Christseins

„Unter Christen ist Barmherzigkeit wenigstens möglich, hin und wieder gibt es sie: Christen, und wo einer auftritt, gerät die Welt in Staunen (…) Selbst die allerschlechteste christliche Welt würde ich der besten heidnischen vorziehen, weil es in einer christlichen Welt Raum gibt für die, denen keine heidnische Welt je Raum gab: für Krüppel und Kranke, Alte und Schwache, und mehr noch als Raum gab es für sie: Liebe (…)”

Heinrich Böll ist nun wirklich über jeden Verdacht erhaben, ein Parteigänger des Christentums zu sein. Aber er hat diese Sätze 1957 geschrieben. Damit sagt er etwas aus, was viele Leute heute denken: Die Kirche soll vor allem mal diakonisch sein; sie soll die Welt ein bisschen besser machen und sich für die einsetzen, die am Rand stehen. Keine Frage: Für fast alle ist die Diakonie das Wasserzeichen des Christseins überhaupt. Wer sich Christ/in nennt, soll sozial sein.

Grund genug, der Faszination, aber auch der normativen Verpflichtung der Diakonie auf die Spur zu kommen! Die Vorlesung hat drei Teile: Kairologisch soll die Dynamik und das Phänomen von Armut und Exklusion in modernen Wissensgesellschaften verstanden werden. Hier geht es u.a. um Exklusionsstrukturen im Ruhrgebiet. Kriteriologisch werden Bibel und Systematik nach entscheidenden Begriffen befragt: ‚Barmherzigkeit‘ und ‚Gerechtigkeit‘ als Wesensdynamiken Jahwes; ‚Kenosis‘ als trinitarische und christologische Kategorie; das Heilungshandeln Jesu. Praxeologisch wird die Pastoral an diakonischen Orten vorgestellt; so etwa am Beispiel der Notfallseelsorge oder der Suchtkrankenpastoral.

Zeit: Mi 10-12 Uhr | Raum: GA 6/131 | Beginn: 08.04.2015 | Module: VII (BA); E (MEd ab PO2013); M11 (MagTh) | VSPL-Nr.: 020090

Literaturhinweise:

  • Herbert Haslinger: Diakonie. Grundlagen für die Soziale Arbeit der Kirche, Stuttgart 2009.
  • Heinz Bude (Hg.): Exklusion: Die Debatte über die "Überflüssigen“, Frankfurt a. M. 2007.
  • Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (Hg.): Berufen zur Caritas (= Schriftenreihe Die deutschen Bischöfe Nr. 91 vom 5.12.2009), Bonn 2009; Download unter http://www.dbk.de/imperia/md/content/schriften/dbk1a.bischoefe/db91.pdf


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Hauptseminar
Glaubenskommunikation in den Chancen von Twitter, Facebook & Co.

Der Papst twittert, auf YouTube werden Glaubensthemen heiß diskutiert und Seelsorger sind auf Facebook miteinander vernetzt. Das Internet und die Sozialen Netzwerke bieten uns heutzutage viele Möglichkeiten, einfach und unkompliziert neue Öffentlichkeit zu schaffen und sich miteinander zu vernetzen. Wie lässt sich aber durch die neuen Medien auch unser Glauben verkünden oder sogar eine Gemeinde versammeln? Die Technik selbst spielt heutzutage fast keine Rolle mehr, da die wichtigsten Plattformen und Tools so aufgebaut sind, dass keine spezifischen Kenntnisse über Programmierung oder die Technik im Hintergrund notwendig sind. Was offene Fragen aufwirft sind vielmehr der strategische Einsatz und Mehrwert der Kanäle bei den vielfältigen Lösungen.

Es steht inzwischen auch fest, dass das Netz nicht auf katholische Impulse wartet, sondern längst eigene sinnhafte Welten schafft. Das Kirche im Netz noch mehr leisten kann, muss daher uns selbst auffallen. Mit einem reinen „Zuwendungsparadigma“ der Pastoral ist hier die Komplexität der Herausforderung nicht annähernd zu schultern. Vielmehr wird daher ein „Lernparadigma“ notwendig, etwa unter der Leitfrage: Welche Veränderungs- und Innovationschancen bietet uns das Netz als Ort? Hier reihen sich dann weitere Fragen an: was können wir von anderen Akteuren lernen und mit welcher Strategie sollen wir unsere Social Media Aktivitäten gestalten? Unter welche Zustimmungsbedingungen kommen wir ins Netz und welche bisher nicht einmal geahnten Erkenntnis- und Artikulationsgestalten unserer Gottesrede sind hier möglich? Und schließlich soll die pragmatische Einstellung bedacht werden, dass wer Nachfrage will, Angebot schaffen sollte.

Angelehnt an dem pastoraltheologischen Dreischritt „sehen – urteilen – handeln“ vermittelt das Seminar an drei Blocktagen mit den Oberthemen "Ressourcen, Strategie und Operationalisierung" praxisnahe Orientierungshilfen für die strategische Medienarbeit mit Social Media im kirchlichen Kontext und die daraus resultierenden Chancen für die Glaubensverkündigung.

Es wird aktive Mitarbeit in den Sitzungen und Bearbeitung kleiner Arbeitsaufträge vor dem ersten Sitzungstag erwartet. Der Kurs kann mit maximal 18 Studierenden belegt werden.

Zeit: 10-18 | Ort: ZAP | Termine: 27.05.-29.05. | Module: VI, VII (BA); VI, IX (MA); M15, M22 (MagTh) | VSPL-Nr.: 020091

Literaturhinweise:

  • Benedikt XVI. (2011): Wahrheit, Verkündigung und Authentizität des Lebens im digitalen Zeitalter. Botschaft zum 45. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel.
  • Die Deutschen Bischöfe. Publizistische Kommission (2011): Virtualität und Inszenierung. Unterwegs in der digitalen Mediengesellschaft – Ein medienethisches Impulspapier.
  • Sellmann, Matthias (2013): Neue Medien nutzen – Plädoyer für ein kulturelles Ligabewusstsein. In: Fürst, Gebhard (Hg.): Katholisches Medienhandbuch. Fakten – Praxis – Perspektiven, Kevelaer 2013, S. 217-227.


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Hauptseminar
„Von Gott reden in der Öffentlichkeit.“ Einführung in die Homiletik (I)

Priester müssen es in jedem Fall: Predigen. Löst man sich von der Bindung an den Gottesdienst, kommen auch andere Berufsgruppen in den Blick. Die ‚geistliche Rede in der Öffentlichkeit‘ gehört ebenso zum Profil von Religionslehrerinnen/-lehrern; darüber hinaus ist die Rede von Gott allen aufgetragen, die als Theologen/innen arbeiten. Neben der klassischen Predigt spielen heute Formate eine Rolle, die auf unterschiedliche Weise die Botschaft des Glaubens im wahrsten Sinne des Wortes zur Sprache bringen. Dem Feld der Medien, man denke an Radioandachten oder an Podcasts im Internet, kommt sicherlich eine besondere Bedeutung zu. Daneben ist die sprachliche Präsentation der christlichen Botschaft in größeren Gruppen ein Tätigkeitsfeld, auf dem Theologen/innen mit ihrer Qualifikation gefragt sind.

Neben einer soliden theologischen Ausbildung erfordert die geistliche Rede in der Öffentlichkeit Kompetenzen in Rhetorik, Ausdruck und Präsentation. Die Lehrstühle für Liturgiewissenschaft und für Pastoraltheologie bieten gemeinsam einen zweiteiligen Zyklus an, der beide Kompetenzbereiche abdeckt. Das Seminar erfolgt in Kooperation mit der Sprechwissenschaftlerin Miriam Zimmer. Es vermittelt durch praktische Übungen Grundlagen in Sprechausdruck, Körpersprache und Besonderheiten von Redesituationen. Eigene Redeversuche werden erarbeitet, ausprobiert und analysiert.

Eine Teilnahme an weiteren Lehrveranstaltungen im Fach Homiletik ist nur möglich, wenn Teil I absolviert wurde.

Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt. Verpflichtende Anmeldung unbedingt per VSPL bis zum 31.03.2015.

Zeit: wird bekannt gegeben | Ort: ZAP | Termine: 22.05.-23.05. + 17.07.-18.07. | Module: VII (BA); VI (MA); M11 (MagTh) | VSPL-Nr.: 020093

Literaturhinweise:

  • werden bekanntgegeben


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Hauptseminar
Taufbewusstsein und Leadership: Schubkräfte einer partizipativen Kirchenentwicklung. Pastoraltheologische und kirchenhistorische Zugänge

Die katholische Kirche in Deutschland befindet sich in einem enormen Umbruchprozess - dies festzustellen ist inzwischen banal.

Nicht banal ist die These, dass man inzwischen in den laufenden Veränderungsprozessen eine Richtung erkennen kann. Studiert man die einschlägigen diözesanen Planungspapiere und theologischen Fachdebatten, so zeichnet sich bei aller Komplexität der Entwicklungen doch eine deutliche Drift ab, auf das hin das Christsein hierzulande unterwegs scheint. Diese Zielgestalt nimmt den Hauptimpuls moderner Selbst- und Kulturgestaltung auf, der darin liegt, dass man als moderne Bürgerin und Bürger prinzipiell nicht mehr akzeptiert, im gesellschaftlichen Wandel nur eine Zuschauerrolle zugewiesen zu bekommen. Vielmehr beweist sich der Grad der Modernität einer Institution darin, inwiefern sie zum Gestaltungs- und Artikulationsraum derer wird, die sich in ihr versammeln und organisieren.

Die Intelligenz von Kirchenentwicklung wird sich daran entscheiden, ob man aus Prozessen partizipativ angelegten Christseins jene Reservoirs der Motivation, des Engagements und der Innovation erschließen kann, ohne die die Kirche von morgen nicht gedacht werden kann.

Die sowohl geistliche wie strategische Herausforderung für kirchliche Planungs-, Entwicklungs- und Bildungsprozesse ist die Entwicklung einer pastoralen Führungskultur, die Anreizstrukturen für partizipatives Christsein schafft und nutzt.

Dieser Herausforderung ist ein großer Kongress gewidmet, den die Katholisch-Theologische Fakultät im kommenden Semester ausrichtet. Bochum wird Ort einer intensiven weltkirchlichen Lernplattform! Nutzen Sie die Chance eines wissenschaftlichen Großereignisses - profitieren Sie von der Präsenz von über 30 internationalen Referent/inn/en aus vier Kontinenten - kommunizieren Sie mit den führenden Pastoralplanern des deutschsprachigen Raumes!

Während des Kongresses absolvieren Sie Reflexionssitzungen. (Wie das gedacht ist, wird auf der Vorbereitungssitzung geklärt).

Alle Infos unter: http://www.co-kongress2015.de

Zeit: s. Flyer | Raum: VZ der RUB | Termine: 21.04. + 30.06. 18-20 Uhr, 15.06.-17.06. | Module: VI (BA ab PO2014), VII (BA); III (MA); M11, M15, M18 (MagTh) | VSPL-Nr.: 020045

Literaturhinweise:

werden in den Sitzungen benannt.



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Oberseminar
Forschungen zur Pastoraltheologie

Das Oberseminar dient den WissHKs und Doktoranden der Pastoraltheologie zur fachlichen und kollegialen Vertiefung ihrer Arbeiten sowie zur Diskussion ausgewählter Themen aktueller Pastoraltheologie.

Zeit: Mo 14-18 Uhr | Ort: ZAP | Beginn: n.V. | VSPL-Nr.: 020094

Literaturhinweise:

nach Absprache.



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Kolloquium
zur Vorbereitung auf Examen und/oder Abschlussarbeiten

Das Kolloquium dient den Doktoranden der Pastoraltheologie der gemeinsamen Diskussion über ihre Arbeiten und Thesen. Die Termine werden per E-Mail an die betreffenden Personen bekanntgegeben.

Zeit: Mo 19-21.30 Uhr | Ort: ZAP | Beginn: n.V. | VSPL-Nr.: 020092

Literaturhinweise:

werden in den Sitzungen benannt.



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