Dissertation, Lukas Ohler

Nikolaus von Kues gilt als einer der größten Philosophen aller Zeiten; sein spekulativer und doch zugleich höchst analytischer Geist durchdringt die Theologie und Philosophie – und ist dabei noch immer, wenn auch in vielleicht veränderter Weise, gegenwärtig. Doch ist Cusanus, so tiefschürfend sein Denken sein mag, noch ein Philosoph der „heutigen Zeit“? Ist er noch „in“, „en vogue“? Kurz: Warum sollte sich die Gegenwart noch mit Nikolaus von Kues befassen? Denn spätestens, wenn die Begriffe „Gott“ und „Trinität“ anklingen und der leichte Schimmer des platonischen Dualismus am Beginn ist aufzuscheinen, möchten einige lediglich noch von überholten Hypothesen sprechen. Und die Analytiker der heutigen Zeit schmunzeln vielleicht lediglich noch müde, wenn Cusanus von einem "Zusammenfall der Gegensätze" spricht. Das klingt nach logischem Widerspruch und spekulativer Schöngeisterei.

Doch wenn man ausführlich die Genese des Gottesbildes im Rahmen des cusanischen Gesamtwerkes betrachtet, so tritt rasch zutage, weshalb Cusanus' Denken in keiner Weise überholt ist, sondern vielmehr und vielleicht gerade in unserer heutigen Zeit der Verwirrung, der Kriege und Unterdrückungen, die entweder unter dem Deckmantel oder tatsächlich unter dem Banner eines Gottesbildes stattfinden, seinen Platz hat und ein heilsames Denken unserer Tage sein kann.

Denn wie Cusanus ohne Zweifel die Menschwerdung Gottes einschließt, so lehnt er zugleich einen Anthropomorphismus Gottes ab. Cusanus vermenschlicht Gott nicht, im Gegensatz zu den Erschaffern vieler, gerade widersprüchlicher Gottesbilder, deren Entstehung in der Antike ihren Anfang nahm und bis in die heutige Zeit sich erstreckt. Lehrt die Tora die Gewalt? Ist Töten im Namen eines wahren Gottes recht? Ist die Unterdrückung einer Minderheit gottgewollt? Darf ein Christ Soldat sein? Diese Fragen haben nicht aufgehört, kontrovers diskutiert zu werden. Die Menschen fragen. Und mit Cusanus können die Christen antworten. Denn wenn erst dargestellt ist, dass das Konzept des Cusaners widerspruchsfrei ist, so ist es logisch und kann damit zu einer humanistischeren, logischeren und vernünftigeren Sicht- und Denkweise des allgemeinen Gottesbildes bewegen. Cusanus vermenschlicht Gott nicht, jedoch ohne ihn unmenschlich sein zu lassen. Hier zeigt sich also, wie Theologie – sogar philosophische Theologie – auf wissenschaftlich, logisch und rational fundierte Weise in den soziokulturellen Kontext eingebettet werden kann und sich als ein aussagekräftiger, relevanter und streitbarer Dialogpartner präsentiert.

Dissertation, Christian Pelz

Arbeitstitel: „Vernunft – Freiheit – Gott. Mit Immanuel Kant und Origens zum wissenschaftstheoretischen Selbstverständnis der Theologie

In meiner Dissertation untersuche ich die Wissenschaftstheorie der Theologie in der Religionsphilosophie Immanuel Kants und der christlichen Metaphysik des Origens. Ziel ist es ein wissenschaftstheoretisches Selbstverständnis von Theologie zu entwickeln, dessen Wurzeln auf die ersten christlichen Theologen zurückgehen, welches sich in ähnlicher Form bei Kant wiederfinden lässt und das auch heute noch einen wichtigen Beitrag gegen die moderne Theologiekritik liefern kann. Im Zentrum meiner Untersuchung steht der origeneische wie kantische Weg, die Lehre von Gott auf den Fundamenten der Vernunft und der Freiheit aufzubauen.

Lizentiatsarbeit, Andrea Strickmann

Thema der Lizentiatsarbeit: „Der Personenbegriff Lynne Bakers und seine theologische Verortung“

Die Arbeit reflektiert und diskutiert den von Lynne Baker entwickelten Personenbegriff. Die von Baker präferierten wissenschaftstheoretischen Grundlagen und die mit dem Personenbegriff verbundenen Einzelthemen (z. B. Freiheit; Identität; Leib-Geist Verhältnis) bieten Anknüpfungspunkte und ermöglichen Denkmodelle, die in die systematischen Bereiche der theologischen Anthropologie und Gotteslehre reichen. Die Arbeit beleuchtet sowohl Bakers Theorie, als auch konkurrierende Konzepte.