Lehrveranstaltungen Sommersemester 2019

Vorlesung: Sprachphilosophie und Hermeneutik

Dozent: PD Dr. Ludger Jansen
Zeit: Do, 8.30–10 Uhr
Ort: GA 03/149
Beginn: 11.04.2019

Im Anfang war der Logos: die Rede, Sprache, Aussage. Das gilt auch in philosophischer Perspektive. Denn Sprache ist Medium und Instrument des Philosophierens, und in der Sprachphilosophie werden Fragen diskutiert, die die Grundlage des Denkens betreffen:

  • Wie entsteht Sprache und wie bekommen unsere Wörter eigentlich ihre Bedeutung? (Gen 1,19 setzt Sprache schon voraus.)
  • Was ist Wahrheit? (Mit Joh 18,37 war schon Pilatus unzufrieden.)
  • Was kann man mit Sprache alles tun? (Nach Gen 1,3 und Mt 8,8 ziemlich viel.)
  • Wie können wir einen Sprecher und überhaupt einePerson verstehen? (Ps 139,2 weiß, warum das schwierig ist.)

Die Vorlesung führt in die Grundthemen der Sprachphilosophie ein:

  • Semantik von Eigennamen und definiten Kennzeichnungen
  • Wahrheitstheorien
  • Pragmatik: Kommunikationsimplikaturen und Sprechakte
  • Hermeneutik: Vom hermeneutischen Zirkel zur radikalen Interpretation

Die Vorlesung deckt damit die Grundthemen der Semantik, Pragmatik und Hermeneutik ab.

Vorlesung: Einführung in die Philosophie

Dozent: Prof. Dr. Dr. Benedikt Paul Göcke
Zeit: Di, 10-12Uhr
Ort: GABF 04/714
Beginn: 02.04.2019

Für das erfolgreiche Studium theologischer Problemstellungen und Fragehorizonte sind Grundkenntnisse der Philosophie unerlässlich. In der Vorlesung werden daher nach einer Einführung in die grundlegenden philosophischen Argumentationsmethoden und -for-men zentrale Themen der theoretischen und praktischen Philosophie besprochen sowie ihre Relevanz fürdie Theologie herausgestellt.

Proseminar: Methoden und Interpretation: Texte zur Religionsphilosophie

Dozent: PD Dr. Ludger Jansen
Zeit: Fr, 8.30-11.30 Uhr
Ort: GABF 04/354
Beginn: 26.04.2019

Das Seminar findet an den folgenden Terminen statt: 26.04., 03.05., 17.05., 07.06., 28.06., 05.07., und 12.07.2019
Das Proseminar führt in die Methoden des philosophischen Denkens und in die Interpre-tation philosophischer Texte ein. Es besteht aus zwei Teilen, einem Methodenteil und einem Interpretationsteil (jeweils 1 SWS). Im Mittelpunkt des Methodenkurses steht die Arbeit an und mit Argumenten: Wie identifiziert man Argumente in Texten? Wie rekon-struiert und beurteilt man Argumente? Wie bringt man selbst Argumente vor? Es werden Grundkenntnisse der Argumentationstheorie, Logik und Interpretation philosophischer Texte vermittelt.

Themen des Methodenkurses:
Texte gliedern, Sprechakte bestimmen, Argumente erkennen
Argument-Rekonstruktion, Gültigkeit und Beweiskräftigkeit
Grundzüge der Aussagenlogik (Junktoren, Wahrheitstafeln, Probleme des Konditionals)
Grundzüge der Prädikatenlogik (Prädikate undQuantoren, Modelle, Fehlschlüsse)
Semantische und syntaktische Mehrdeutigkeiten erkennen und auflösen

Interpretationskurs: Im Interpretationskurs werden die vermittelten Methodenkenntnisse mit der Lektüre eines philosophischen Textes angewandt und vertieft. In diesem Semester werden wir ausgewählte Texte zur gegenwärtigen Religionsphilosophie lesen, insbesondere das Büchlein „Gott denken“ von Holm Tetens.

Bewertung: anhand von wöchentlich zu bearbeitenden Übungsaufgaben.
Beide Teile des Seminars können extramodular auch unabhängig voneinander besucht werden; bei Interesse an dieser Option wird um vorherige Rücksprache mit dem Dozenten gebeten.

Hauptseminar: Cicero, De natura deorum

Dozent: PD Dr. Ludger Jansen, Dr. Burkhard Reis
Zeit: Do, 14.00-15.30 Uhr
Ort: GA 6/134
Beginn: 04.04.2019

Bereits im polytheistischen Kontext der griechisch-römischen Antike haben Menschen versucht, mit den Mitteln der Vernunft zu klären, ob es Götter gibt und, wenn ja, wie viele, welches ihre Seinsweise ist, sowie ob bzw. auf welche Weise diese sich um die Welt und die Menschen kümmern. Ein bedeutendes Dokument jener Debatten sind die um 45 v. Chr. entstandenen drei Bücher des Dialogs „Über das Wesen der Götter“ (De natura de-orum) aus der Feder des Redners, Politikers und Philosophen M. Tullius Cicero, in denen die entsprechenden Lehren der epikureischen und der stoischen Philosophenschule vor-gestellt und aus skeptischer Sicht kritisiert werden.
Latein (und Griechisch)-Kenntnisse werden nicht vorausgesetzt, sind aber hilfreich und daher höchst willkommen.

Hauptseminar: Technikphilosophie und Technikethik im 21. Jahrhundert

Dozent: Prof. Dr. Dr. Benedikt Paul Göcke
Zeit: Do, 14-16 Uhr
Ort: GABF 04/714
Beginn: 11.04.2019

Das Hauptseminar widmet sich den Herausforderungen des technologischen Zeitalters. Es beginnt damit, Grundbegriffe wie „Technik“, „technischer Wandel“ oder „Digitalisierung“ zu hinterfragen und zu systematisieren, um dann unterschiedliche technische Phänomene einordnen und bewerten zu können. Fragen, die im Seminar behandelt werden, umfassen voraussichtlich, sind aber nicht beschränkt auf: Worin unterscheidet sich Technik von Natur? Was unterscheidet künstliche von menschlicher Intelligenz? Hat Technik einen moralischen Wert oder ist sie unter ethischer Hinsicht neutral? Wie können Werte wie Wahrheit oder Authentizität im digitalen Zeitalter gesichert werden? Was sind die Folgen technischer Entwicklung und wie können sie eingeschätzt und bewertet werden? Wer trägt Verantwortung für die Entscheidungen autonomer, künstlich intelligenter Systeme und sollte der Mensch sich durch technische Implantate verbessern dürfen? Schließlich schwebt über dem gesamten Komplex die berechtigte Frage, welche Rolle kirchliche Institutionen im technologischen Wandel spielen können und in wie fern religiöse Überzeugungen ein Licht auf die behandelte Problematik werfen?
An fünf Terminen im Semester finden Abendvorträge zum Thema des Seminars statt, an denen die TeilnehmerInnen des Seminars in der Regel ebenfalls teilnehmen sollten, dafür entfallen einzelne der regulären Sitzungen.
Alle weiteren Informationen erhalten Sie unter Aktuelles und zum Beginn des Seminars.
Zusammen mit der Einführung in die Philosophie wird dieses Seminar als Kurs im Optionalbereich angeboten: Philosophie und Ethik des technischen Wandels.

Hauptseminar: Die Zukunft des Menschen. Perspektiven der Philosophie

Dozent: PD Dr. Ludger Jansen
Zeit: Mi, 18.00-19.30 Uhr; Zusätzlicher Einzeltermin: Di, 07.05.2019, 18-20 Uhr, GA 03/149.
Ort: GA 6/131
Beginn: 03.04.2019

Schon immer hat der Mensch die ihm von Natur gegebenen Möglichkeiten ausgenutzt, verbessert und optimiert. Heute ist die menschliche Natur aber in viel größerem Maße formbar und gestaltbar geworden. Gentechnik und Reproduktionsmedizin, Computertechnik und Robotik ermöglichen dem Menschen, seine Natur zu verändern. Science-fiction-Szenarien malen die Möglichkeit aus, dass der Mensch von computerbasierten Superintelligenzen intellektuell überholt, unterdrückt oder abgeschafft wird. Die ersten gentechnisch manipulierten menschlichen Babies wurden bereits geboren. Wissenschaftler träumen von der Abschaffung des Alters, das von vielen Altersforschern als eine zu bekämpfende Krankheit angesehen wird. Ist das Anlass zu Optimismus oder Pessimismus? Wie sind solche Technologien und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen ethisch zu bewerten? Und wie können die neuen Technologien religionsphilosophisch eingeordnet werden?

Im Seminar werden Texte zu Problemen der künstlichen Intelligenz, der Lebensverlängerung und der genetischen Optimierung diskutiert werden. Das Seminarprogramm wird durch eine Reihe hochkarätiger Vorträge ergänzt werden.

Einführend: Nikolaus Knoepffler (2019): Human Enhancement? Philosophische und theologische Perspektiven

Hauptseminar: Naturrecht. Philosophische, rechtstheoretische und theologische Perspektiven (Blockseminar)

Dozent: Prof. Dr. Judith Hahn, Prof. Dr. Dr. Benedikt Paul Göcke
Zeit: Sa, 04.05.2019, 10-18 Uhr und Sa, 13.07.2019, 10-18 Uhr
Ort: GABF 04/714
Beginn: 16.04.2019, 18-20 Uhr (Vorbesprechung)



Kolloquium: Kolloquium zur antiken und mittelalterlichen Philosophie

Dozent: PD Dr. Ludger Jansen, Prof. Dr. Manuel Baumbach, Dr. Burkhard Reis, Dr. Philipp Steinkrüger
Zeit: Do, 16-18 Uhr; Einzeltermine
Ort: GA 6/134
Beginn: 25.04.2019

Das interdisziplinäre Kolloquium zur antiken und mittelalterlichen Philosophie bietet ein Forum zur Diskussion von Themen dieser Epochen und ihrem Einfluss auf die christliche Theologie. Neben der Vorstellung laufender Qualifizierungsarbeiten und Forschungspro-jekte werden auch auswärtige Gäste ihre Arbeiten zur antiken und mittelalterlichen Phi-losophie und ihrer Rezeption vorstellen.
Geplante Termine im Sommersemester: 25.4., 2.5., 16.5., 6.6., 27.6., 4.7., 11.7.Bitte beachten Sie die Aushänge.
Am 2.5. wird Berthold Wald (Paderborn) zum Thema „Der freie Wille: Entdeckung oder Erfindung in der Aristoteles-Rezeption des 13. Jahrhunderts?“ vortragen.
Die Teilnahme am Kolloquium ist ohne Anmeldung möglich. Wer Interesse hat, im Kol-loquium ein Projekt oder dessen Ergebnisse vorzustellen, möge sich aber so schnell wie möglich per E-Mail bei ludger.jansen@rub.de melden.