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Tag 2 - Studienprojekt mit dem Päpstlichen Bibelinstitut

22.03.2024

Romtag 2

Aula Paulina, PBI, Rom

Er diskutierte, um vom Reich Gottes zu überzeugen (Apg 19,8)

Romtag 2

Aula Paulina, PBI, Rom

Er diskutierte, um vom Reich Gottes zu überzeugen (Apg 19,8)


"Render to Caesar the things that are Caesar's" (Mark12,17) - diese überlieferte Antwort Jesu auf die Frage, ob man Steuern zahlen solle, ist die Problemstellung einer internationalen Konferenz, die der Lehrstuhl NT mit dem Päpstlichen Bibelinstitut in Rom veranstaltet hat. Sowohl aus Rom als auch aus Bochum sprachen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über zentrale Aspekte politischer Theologie und Ethik. Aus Bochum referierten Tobias Aarns über "Political Judgement in Luke-Acts", Dr. Aleksandra Brand, jetzt Luzern, über "Taxes and Theology. Money as Political Medium", P. Thaddäus Hausmann OCist über "The Cross as an Instrument for Peace. On the Political Significance of the Cross and its Christological and Secular Interpretation", Miriam Pawlak über "Ecclesial Formation on the Political Stage of Rome", und Dr. Dr. Philippe Van den Heede, jetzt 'Università Sophia", Florenz, über "Jesus before Pilate. Wordly Power and Kingship of Jesus". 

Aus dem Päpstlichen Bibelinstitut heraus wurde referiert über die Übersetzung von "König" als "Anführer" in Dtn 17, über die sozioökonomische Rhetorik in Lk 12,22-34, über den paulinischen Schlüsseltext Röm 13,1-10 sowie über zwei Aspekte der Johannesoffenburg: die antiimperiale Rhetorik und das Motiv der Schlange in seinen politischen Farben. 

Der wissenschaftliche Wert der Tagung zeigt sich in drei Perspektiven:
Erstens  sind
wichtige Aspekte politischer Ethik zur Sprache gekommen, die nicht immer im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, aber wesentlich zum Sinnkosmos des Neuen Testaments in der antiken Welt gehören: Die politische Brisanz des Evangeliums wird deutlich, weil es nicht politisiert, sondern die Politik ethisch orientiert.
Zweitens sind viele Kontakte geknüpft worden, nicht zuletzt in den Kaffeepausen und beim Lunch, zu dem das PBI eingeladen hat. Das Bibelinstitut ist so international wie kein anderes in der Welt. Es konzentriert sich auf Sprache und Philologie - eine große  Stärke. Aus Deutschland kommen stärker hermeneutische Fragestellungen. Die Verbindung bringt die Wissenschaft voran.
Drittens  ist deutlich geworden, in wie vielen unterschiedlichen politischen Kontexten die Bibel rund um die Welt heute gelesen wird. Die Interessen unterscheiden sich - aber die Relevanz der Bibel, speziell des Neuen Testaments mit seiner Christologie, die auf das Reich Gottes orientiert ist, bewährt sich. 

Die akademische Gastfreundschaft des Päpstlichen Bibelinstituts ist nicht nur akademisch: Sie ist praktisch: freundlich, interessiert, aufgeschlossen. Für Leib, Geist und Seele wurde gleichermaßen gesorgt. 

Wir haben uns von Herzen bedankt. Wir bleiben in Verbindung. Eine Publikation ist in Planung.