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Rückblick: Auf den Spuren von Franziskus und Klara - Exkursion nach Assisi

09.07.2026

Assisi 2026 Gruppenfoto

Vom 22. bis 30. Mai 2026 reisten Studierende der Katholisch-Theologischen Fakultäten Bochum und Tübingen nach Assisi, um Leben, Spiritualität und Wirkungsgeschichte von Franziskus und Klara vor Ort zu erforschen. Die Exkursion verband wissenschaftliche Quellenarbeit mit der Begegnung an historischen Schauplätzen und bot Raum für theologischen Austausch, gemeinsame Reflexion und neue Perspektiven auf religiöse Erinnerungskultur.

Assisi 2026 Gruppenfoto

Vom 22. bis 30. Mai 2026 reisten Studierende der Katholisch-Theologischen Fakultäten Bochum und Tübingen nach Assisi, um Leben, Spiritualität und Wirkungsgeschichte von Franziskus und Klara vor Ort zu erforschen. Die Exkursion verband wissenschaftliche Quellenarbeit mit der Begegnung an historischen Schauplätzen und bot Raum für theologischen Austausch, gemeinsame Reflexion und neue Perspektiven auf religiöse Erinnerungskultur.


Rückblick


Vom 22. bis 30. Mai 2026 begaben sich die Katholisch-Theologischen Fakultäten der Universitäten Bochum und Tübingen gemeinsam auf die Spuren der Heiligen Franziskus und Klara von Assisi. Unter der Leitung von Gunda Werner, Andreas Holzem, Theresa Thunig, Kilian Schlattmann und Wolfgang Metz setzten sich 21 Studierende intensiv mit Leben, Spiritualität und Wirkungsgeschichte der beiden Heiligen auseinander. Ziel der Exkursion war es, die im Seminar behandelten Themen durch die Begegnung mit den historischen Orten und den dort überlieferten Quellen zu vertiefen.

Nach einer Zwischenübernachtung in Florenz führte die Reise nach Assisi, wo zunächst die Stadt als historischer und gesellschaftlicher Raum erschlossen wurde. Von der Rocca Maggiore aus eröffnete sich nicht nur ein eindrucksvoller Blick über die umbrische Landschaft, sondern auch ein Verständnis für die politischen und sozialen Spannungen des 13. Jahrhunderts, die das Leben von Franziskus und Klara entscheidend prägten. Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war der Besuch der Kathedrale San Rufino mit ihrem Taufbecken, an dem beide Heilige der Überlieferung nach getauft wurden.

Im Verlauf der Woche besuchte die Gruppe die zentralen Wirkungsstätten des Franziskus und der Klara. Dazu gehörten die Basilika Santa Maria degli Angeli mit der Portiuncula als Ursprungsort der franziskanischen Bewegung, die Basilika San Francesco mit ihren weltberühmten Fresken und dem Grab des Heiligen sowie San Damiano, wo Franziskus seine Christusvision erlebte und später Klara gemeinsam mit ihren Mitschwestern lebte. Auch die Basilika Santa Chiara sowie die Einsiedelei Eremo delle Carceri, die Franziskus als Ort des Gebets und der Zurückgezogenheit nutzte, standen auf dem Programm. Die unmittelbare Begegnung mit diesen Orten verlieh den im Seminar behandelten Fragestellungen eine besondere Anschaulichkeit und eröffnete neue Zugänge zu Geschichte und Spiritualität des Franziskanertums.

Ein wesentlicher Bestandteil der Exkursion war die wissenschaftliche Arbeit mit historischen Quellen. In Kleingruppen wurden Texte von Franziskus, Klara und ihren frühen Biographen gelesen, analysiert und gemeinsam diskutiert. Themen wie Armut, Schöpfung, Gebet, Eucharistie, Heiligkeit sowie die Entstehung und Entwicklung des Franziskanerordens wurden dabei nicht nur theoretisch erschlossen, sondern stets mit den besuchten Orten und ihrer historischen Bedeutung in Beziehung gesetzt. Die Verbindung aus Quellenarbeit, Ortsbegehungen und theologischer Reflexion machte den besonderen Charakter der Exkursion aus.

Besonders bereichernd war die Zusammenarbeit mit den Studierenden der Universität Tübingen. Der intensive Austausch in gemischten Arbeitsgruppen und die unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven führten zu anregenden Diskussionen und einer offenen, kollegialen Lernatmosphäre. Das gemeinsame Lernen über Universitätsgrenzen hinweg erwies sich als großer Gewinn und trug wesentlich zum fachlichen und persönlichen Austausch bei.

Einen besonderen Akzent setzte schließlich die Auseinandersetzung mit den Grabstätten von Franziskus, Klara und des vielfach als „Influencer-Heiliger“ bezeichneten Carlo Acutis. Während die Gräber der beiden Ordensgründer eindrucksvoll ihre bis heute anhaltende Bedeutung für die christliche Spiritualität veranschaulichten, regte insbesondere die Präsentation der Grabstätte von Carlo Acutis zum Nachdenken an. Sie irritierte viele Teilnehmende und warf Fragen nach zeitgenössischen Formen der Heiligenverehrung, der Bedeutung von Reliquien sowie nach der medialen Inszenierung religiöser Vorbilder auf. Die anschließenden Diskussionen zeigten, wie fruchtbar die Verbindung historischer und gegenwartsbezogener Perspektiven für das Verständnis religiöser Erinnerungskultur sein kann.

Die Exkursion bot somit weit mehr als die Besichtigung bedeutender Erinnerungsorte. Sie verband wissenschaftliche Quellenarbeit mit der unmittelbaren Erfahrung historischer Räume, eröffnete neue Perspektiven auf Franziskus und Klara von Assisi und förderte den fachlichen Austausch zwischen den beiden Fakultäten. Die intensive Beschäftigung mit Geschichte, Theologie und Spiritualität machte die gemeinsame Woche in Assisi zu einer gleichermaßen wissenschaftlich wie persönlich bereichernden Erfahrung.