27.01.2026
Zum Jahresende 2025 erschienen: Daniel E.D. Müllers Sammelband „Die Bundesrepublik Deutschland und der Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ analysiert, wie sich die Wahrnehmung des 20. Juli 1944 vom Stigma des „Verrats“ in der jungen Bundesrepublik zum moralischen Fundament der gefestigten Demokratie wandelte. Die Beiträge von Autoren wie Johannes Tuchel, Esther-Julia Howell, Christian Hillgruber und Krzysztof Ruchniewicz arbeiten heraus, wie wirkmächtige personelle und ideelle Kontinuitäten aus dem „Dritten Reich“ die Rehabilitation der Verschwörer lange blockierten. Die Rezeptionsgeschichte erweist sich damit als Spiegel der politischen Reife der Republik: Die interdisziplinäre Studie legt offen, dass, wann immer sich das „Rad der Geschichte“ drehte, auch der Inhalt des Verrats wechselte (Margret Boveri) – und mit ihm die gesellschaftliche Deutungsmacht über die Vergangenheit.
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