Das Programm des diesjährigen Kontaktstudiums nimmt Bezug auf drei bedeutsame Jubiläen. Im Jahr 2024 jährte sich der Geburtstag des Philosophen Immanuel Kant (1724-1804) zum 300. Mal.
Im Jahr 2025 feiert die Ruhr-Universität Bochum und damit die Katholisch-Theologische Fakultät, die zu ihren Gründungsfakultäten zählt, ihren 60. Geburtstag. Zudem versammelten sich vor 1700 Jahren Bischöfe im Auftrag Kaiser Konstantins in Nizäa, der heutigen Stadt Iznik in der Westtürkei, zum ersten ökumenischen Konzil.
Die acht Vorträge des Wintersemesters stehen unter dem Rahmenthema „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ (Immanuel Kant). Glaube und Vernunft: ein Gegensatz? und wollen damit einen Beitrag zu aktuellen theologischen Debatten liefern.
Die Vorträge finden, mit Ausnahme der Sonderveranstaltung, in HGA 20 auf dem Campus der Ruhr-Universität Bochum statt, jeweils am Mittwoch um 16:15 Uhr. Das Kontaktstudium beginnt am 15.10.2025, endet aber bedingt durch Unterbrechungen in diesem Jahr erst am 17.12.2025 mit dem Sondervortrag von Prof. Dr. Michael Seewald (Universität Münster). Der Vortrag findet statt im Hörsaal BG EG/17 des Bochumer Fensters (Massenbergstraße 9, Nähe Hauptbahnhof). Wir bitten die im Flyer angegebenen Termine in diesem Jahr besonders zu beachten.
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte den beigefügten Dokumenten:
Referent: Prof. Dr. Michael Seewald (Universität Münster)
Zur Person: Michael Seewald ist Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte in Münster sowie Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Seine Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet. 2025 erhielt er den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Er wird sprechen über Dogmen: ihre Stabilität und ihre Wandelbarkeit.
Zum Thema: „Das Wort „Dogma“ hat keinen guten Leumund. Es klingt nach Verbohrtheit, mangelnder Diskussionsbereitschaft und Endgültigkeit. Bei näherem Hinsehen zeigt sich jedoch: Dogmatisches Lehren ist eine recht junge Angelegenheit. „Dogma“ ist erst im 19. Jahrhundert zu einem Fachbegriff lehramtlichen Handelns geworden. Es gibt auch andere Formen, Glaubensüberzeugungen normativ zum Ausdruck zu bringen. Das Konzil von Nizäa zum Beispiel … hat ein Bekenntnis formuliert, … , aber das Konzil hat keine Dogmen verkündet. Michael Seewald nimmt dies zum Anlass, um zu fragen: Welche Formen der Verbindlichkeit gibt es in der katholischen Kirche? Wie stabil sind Dogmen? Was ist überhaupt ein Dogma und wie hat sich der Dogmenbegriff in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt? Welche Prozesse laufen ab, wenn Dogmen sich entwickeln? Und: Welche Auswirkungen hat dies auf derzeit kontrovers diskutierte Fragen in der katholischen Kirche, etwa den Zugang von Frauen zum Weiheamt?“ (Prof. Dr. Michael Seewald)
Termin: Mittwoch, 17. Dezember 2025: Beginn: 16:15 Uhr,
Raum: Bochumer Fenster, Hörsaal BF EG/17 (Massenbergstraße 9, 44787 Bochum; Nähe Hauptbahnhof).
Weitere Informationen zur Sonderveranstaltung finden Sie im Flyer des Kontaktstudiums.
(© Foto: Uni Münster-Richard Sliwka)