Sobetzko

Leadershipkultur und -konzeptionen in der amerikanischen Kirche. Er­trä­ge für die deutsche Pas­to­ral. (Ar­beits­ti­tel)


Der hohe Neugestaltungsdruck der deutschen Kirche unter veränderten ge­sell­schaft­li­chen Be­din­gun­gen und die vielgestaltige Suche nach geeigneten Vollzugsgestalten kir­ch­li­chen Le­bens füh­ren zu ei­nem Um­bruch der Haupt­amt­lich­keit in der Pastoral: es bil­den sich neue und noch zu be­schrei­ben­de Rol­len­pro­fi­le, neue Kompetenzanforderungen und dementsprechend neue Aus­bil­dungs­be­dar­fe für Priester, Diakone und Laien im pastoralen Dienst he­r­aus. Quer zu den ein­zel­nen Be­ru­fen und Einsatzsituationen bildet sich vor allem ein spe­zi­fi­scher Kom­pe­tenz­be­darf he­r­aus: die ubi­qui­tä­re Not­wen­dig­keit, pas­to­ra­le Füh­rung zu über­nehmen.
Mit guten Gründen kann man annehmen, dass die Zukunft kirchlicher Haupt­amt­lich­keit in Team­kon­s­tel­la­ti­o­nen liegt, die vor Ort die Initiative zu lokaler Selbstorganisation Eh­ren­amt­li­cher er­mög­li­chen. Dies identifiziert sich deutlich als eine Führungsaufgabe, die These lautet deshalb: der bzw. die Hauptamtliche pastorale Akteur/in von morgen muss eine Führungskraft werden, deren Führungsstil die Initiativkraft anderer freisetzt. Die Untersuchung erkundet mit der Ortskirche der USA eine kirchliche Kultur, die sehr deutlich von einem so modellierten Führungsverständnis geprägt ist:

  • Die Kirche in den USA zeigt uns erfolgreich, wie Innovationen z.B. aus dem Bereich der Unternehmensführung (Ma­na­ge­ment im Profit- und Non-Profit-Bereich, Produkt- und Dienstleistungsinnovation durch Kun­den­be­tei­li­gung, Dienst­leis­tungs­ori­en­tie­rung etc.) sich adaptieren lassen und für eine wachsende Kirche fruchtbar werden.
  • Die Kultur in den USA ist bekanntlich von einem starken Bewusstsein für Führung (Leadership) geprägt. Dieses sehr aus­ge­präg­te Ver­ant­wor­tungs­ge­fühl und diese Kraft zur Initiierung von gesellschaftlichen Projekten wer­den teil­wei­se schon in der früh­kind­li­chen Entwicklung vermittelt.

Eine wesentliche Herausforderung der Kontextualisierung besteht indes darin, der theologisch, soziologisch, in­no­va­tions- und or­ga­ni­sa­tions­theo­re­tisch ge­bo­te­nen Dezentrierung von Kirche Rechnung zu tragen im Sinne ei­ner kirch­li­chen Füh­rungs­kon­zep­tion, die die Auflösung von Organisationsgrenzen missional interpretiert und statt pas­to­ra­ler Ver­sor­gungs­lo­gi­ken ge­schlos­se­ner Sys­teme in In­ter­ak­tions­lo­gi­ken offener und komplexer Systeme, fundierte Orientierung bietet.

Florian Sobetzko

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