Juli 2026
Die Gemeinwohl-Debatte ist wieder neu entbrannt. Die multiplen Krisen lassen nach dem universalen wie lokalen Gemeinsamen fragen. Gibt es das noch: einvernehmliche Verständigung auf universelle Werte und diese sichernde Verfahren? Und wer sieht diese Verständigung als seine wichtigste Aufgabe? Im Zuge der Vertrauenserosionen staatlicher Instanzen kommt hier der Dritte Sektor wieder neu als Hoffnungsträger ins Spiel.
Was macht das mit den Kirchen? Die scheinen mit sich selbst beschäftigt – allenfalls beklagen sie die grassierende Indifferenz ihnen gegenüber. Immer stärker bedienen sich dafür rechtsgerichtete Kräfte des Gemeinwohl-Diskurses, und sie verschieben ihn lokal und national.
Was macht das mit der Theologie? Sie steht auf dem Prüfstand. Hält sie sich heraus aus solchen Vergewisserungsprozessen, dann fehlt im Diskurs die enorme Kraft ihrer alten und neuen Texte, ihrer Geschichte, ihrer Traditionen, ihrer Akteure. Demokratie als Lebens- und als Politikform intellektuell zu begleiten und selbst begleitet zu werden – das ist genuine Aufgabe von öffentlicher universitärer Theologie.
Wir laden Sie nach Bochum ein zu einem ‚Tag der Theologie‘. Begegnen Sie der vollen Kraft der Theologie im Ruhrgebiet und diskutieren Sie mit uns diese bedeutenden Fragen.
Ihr
Prof. Dr. Matthias Sellmann, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum
Ab dem 1. Juli 2026 ist Florian Bock nicht mehr Studiendekan und Sandra Frühauf und Philipp Goldt sind nicht mehr als Studienfachberater:innen im BA./MA./M.Theol. tätig. Neue Studiendekanin und damit zuständig für Rückfragen zu diesen Studiengängen ist Frau Judith Brühne.
Sie ist vorerst unter der Funktionsmailadresse bama-kath@ruhr-uni-bochum.de zu erreichen.
Juni 2026
Am 4. und 5. Juni kamen die Autor*innen des im Rahmen des DFG-Projekts am Lehrstuhl entstehenden Handbuchs Vergebung und Versöhnung zu einer Arbeitstagung in der Wolfsburg zusammen. Wissenschaftler*innen aus Theologie und weiteren Disziplinen diskutierten zentrale Fragestellungen des Projekts, tauschten ihre Perspektiven aus und arbeiteten gemeinsam an der weiteren Ausgestaltung des Handbuchs.
Am Freitag, den 19. Juni, fand das Oberseminar des Lehrstuhls für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit statt. Insgesamt kamen über 20 Personen zu der Veranstaltung zusammen. Neben interessierten Studierenden, Mitarbeitenden des Lehrstuhls sowie Doktorandinnen und Doktoranden nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter der Kommission für Zeitgeschichte sowie zwei internationale Gäste an der Veranstaltung teil. Aus St. Louis war Prof. Dr. Mark E. Ruff angereist; zudem nahm Alessandro Sintoni (Bologna/Mainz) am Oberseminar teil.
Im Rahmen des Oberseminars stellten mehrere Doktorandinnen und Doktoranden Kapitel aus ihren entstehenden Qualifikationsschriften vor. Die Beiträge wurden anschließend gemeinsam diskutiert und kritisch erörtert.
Vier Tage konzentriert schreiben, reflektieren und sich mit anderen vernetzen: Das Schreib-Bootcamp für Theologinnen bietet FLINTA*-Personen vom 21.–24. September 2026 in Gelsenkirchen einen geschützten Raum, um Haus-, Examens-, Magister- oder Promotionsarbeiten produktiv voranzubringen. Unterkunft und Verpflegung sind kostenfrei, besondere Unterstützung gibt es für Teilnehmende mit Care-Verpflichtungen – jetzt bis zum 3. August anmelden und einen der begrenzten Plätze sichern!
Im Rahmen der Ringvorlesung „Krieg. Literatur der Frühen Neuzeit und ihre kulturellen Kontexte“ hält Florian Bock den Vortrag „Die Bauernkriege 1525/26 – katholische Antworten auf eine »wilde Handlung« (G. Schwerhoff)“.
Der Vorlesung findet am 29.06 von 12–14 Uhr im Raum HGB 20 statt.
Weitere Informationen zur Ringvorlesung finden Sie hier.
Florian Bock übernimmt die Moderation (Chair) des Eröffnungspanels „Politics and Preaching“ bei der internationalen Tagung Pulpit and Power: Rhetorics at the Crossroads of Religion and Politics, die vom 16. bis 18. Juli 2026 an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin stattfindet.
Die interdisziplinäre Konferenz widmet sich dem Verhältnis von Religion, Politik und Predigt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Theologie, Geschichts-, Literatur-, Kultur- und Sozialwissenschaften diskutieren, wie religiöse und politische Rhetorik gesellschaftliche Prozesse prägen und beeinflussen.
Weitere Informationen zur Tagung finden Sie hier.