Lea Torwesten
Doktorandin am Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit
Adresse: Universitätsstraße 150, GA 6/145, 44801 Bochum
Telefon: +49 234 32 24711
Mail: Lea.Torwesten@rub.de
Dissertationsprojekt: „Kirchengeschichte auf den (Kristallisations-)Punkt gebracht – Christlich-religiöse Erinnerungsorte des Ruhrgebiets als kirchenhistorische Lernorte im Religionsunterricht“
Es wird ein bewusst breites Panorama christlich-religiöser Erinnerungsorte in den Blick genommen: (1.) die Goldene Madonna des Essener Domschatzes (um 980/990), (2.) die Dreifaltigkeitskirche in Dortmund (1898) und (3.) der 82. Katholikentag in Essen 1968. Als Kristallisationspunkte des kollektiven (Glaubens-)Gedächtnisses sind sie dicht verwoben in gesellschaftliche, kulturelle und politische Kontexte und erinnern bis in die Gegenwart – als ‚Essen sein Schatz‘, ‚BVB-Gründungskirche‘ oder als einer der ‚turbulentesten aller Katholikentage‘ – an mächtige Frauenpersönlichkeiten des mittelalterlichen Stifts (1.); Fußball und Vereins¬katholizismus, (konfliktreiche) Jugendseelsorge und die Bemühungen um soziale Integration während der Frühindustrialisierung (2.) bzw. an die Protest- und Streitkultur der nachkonziliaren 1968er (3.). An der Schnittstelle zwischen Kirchengeschichte und Religionspädagogik agierend wird in konsequenter Doppelausrichtung gearbeitet: Im Sinne kulturhistorischer Tiefenbohrungen wird untersucht, welche unterschiedlichen Erinnerungen sozialer Gruppen, wechselhaften oder gar konkurrierenden Tiefenschichten sich an den jeweiligen Erinnerungsorten kristallisierten. Darauf baut die religionsdidaktische Reflexion auf: Inwiefern kann die Beschäftigung mit diesen Erinnerungsorten Teilhabe am kollektiven (Glaubens-)Gedächtnis vermitteln, (Kirchen-)Geschichtsbewusstsein fördern und zur bildungsrelevanten Entfaltung kirchenhistorischer Wissensbestände beitragen?
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