NACH OBEN

Dem Unerwarteten begegnen
Systematisch-theologische und pastoralpsychologische Zugänge zur Vergebung

Das Erleben von Schuld und die Frage nach der Möglichkeit oder Unmöglichkeit von Vergebung sind wichtige Themen sowohl auf persönlicher als auch auf gesellschaftlicher Ebene, die selbst in einem säkularisierten Kontext von großer Relevanz sind. Aktuelle weltpolitische Ereignisse, darunter auch die anhaltenden Auswirkungen der Pandemie, unterstreichen die Dringlichkeit solcher Fragen. Ist ein Friedensprozess ohne Vergebung möglich? Die Fähigkeit zur Vergebung ist eine wesentliche Voraussetzung, die alle Ebenen des Lebens – das persönliche, das gesellschaftliche und das politische – durchdringt und ohne die eine menschliche Gesellschaft undenkbar wäre. Ziel dieses Projekts ist es, Vergebung und ihre aktuelle Relevanz aus systematisch- und praktisch-theologischen Perspektiven zu untersuchen und zu analysieren. Handbuch: Das vorgeschlagene Forschungsprojekt befasst sich sowohl mit theoretischen als auch mit praktischen Aspekten der Vergebung, und die in zwei Fallstudien gewonnenen Erkenntnisse werden zusammen mit Beiträgen internationaler Forscher aus verschiedenen Disziplinen in einem internationalen „Handbuch für Vergebung und Versöhnung“ zusammengefasst. Es untersucht speziell das Thema Vergebung in religiösen und säkularen Kontexten aus einer intersektionalen Perspektive und stützt sich dabei auf theologische, philosophische und praxisorientierte Disziplinen. Das Handbuch richtet sich an Fachleute und ehrenamtlich Tätige, die sich mit Vergebungsprozessen, Konfliktmanagement, Friedensarbeit, Bußseelsorge sowie Ritualen der Reue und Vergebung befassen. Neben Beiträgen von direkt an diesem Projekt Beteiligten wird das Handbuch theologische und philosophische Diskussionen von Miroslav Volf und anderen renommierten Experten auf ihrem Gebiet anregen sowie Beispiele für bewährte Praktiken aus politischen Friedensbemühungen (Lateinamerika, Ruanda, Südafrika) enthalten. Es wird zudem praktische Kapitel enthalten, in denen etablierte Modelle zur Förderung von Vergebungsprozessen, Leitlinien für die seelsorgerische psychologische Betreuung sowie Entwürfe für Vergebungsrituale dargelegt werden.

Experiences of guilt and the question of the possibility or impossibility of forgiveness are important issues on both a personal as well as societal level that are highly relevant, even within a secularized context. Current global political events, including the ongoing effects of the pandemic, underline the urgency of such questions. Is it possible to have a peace process without forgiveness? The capacity for forgiveness is an integral prerequisite that permeates all levels of life – personal, societal, political – and without which human society would be unthinkable. The aim of this project is to examine and analyse forgiveness and its current relevance from systematic and practical theological perspectives.Handbuch: The proposed research project addresses theoretical as well as practical aspects of forgiveness and the findings gained in two case studies will be compiled in an international ‘Handbook for Forgiveness and Reconciliation’ together with contributions from international researchers from different disciplines. It specifically explores the issue of forgiveness in religious and secular contexts from an intersectional point of view, drawing from theological, philosophical, and practice-oriented disciplines. The Handbook is aimed at professionals and volunteers who work with forgiveness processes, conflict management, peace work, penitential pastoral care, and rituals of repentance and forgiveness. Alongside contributions from those directly involved in this project, the handbook will invite theological and philosophical discussions by Miroslav Volf and other renowned experts in their fields as well as examples of best practices from political peace efforts (Latin America, Rwanda, South Africa). It will also contain practical chapters outlining the established models for facilitating forgiveness processes, guidelines for pastoral psychological care, and blueprints to forgiveness rituals.

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